Erkrankungen der Wirbelsäule

Erkrankungen der Wirbelsäule

Spinalkanalstenose

Erkrankungen der Wirbelsäule

Bandscheibenvorfall

Erkrankungen der Wirbelsäule

Welche degenerativen Erkrankungen
im Bereich der Wirbelsäule gibt es?

Degenerative Erkrankungen werden durch altersbedingte Verschleiß- oder Abnutzungserscheinungen verursacht. Eine der häufigsten degenerativen Erkrankungen ist die Spinalkanalstenose, eine Enge im Wirbelsäulenkanal. Sie kann sowohl die Halswirbelsäule (zervikale Spinalkanalstenose), als auch die Lendenwirbelsäule (lumbale Spinalkanalstenose) betreffen. Durch den stetig wachsenden Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung nimmt die Diagnose Spinalkanalstenose beständig zu.

Eine weitere häufige degenerative Wirbelsäulenerkrankung sind Bandscheibenvorfälle im Bereich der Hals und Lendenwirbelsäule. Hierbei tritt zähflüssiges Material aus dem Bandscheibenkern aus und «quetscht» Nervenstrukturen im oder außerhalb des knöchernen Wirbelkanals.

Degenerative Veränderungen der Wirbelsäule können letztendlich zu ihrer Instabilität und einem sogenannten Wirbelgleiten führen. Davon sind hauptsächlich die Lendenwirbel betroffen.

Wie äußern sich degenerative
Wirbelsäulenerkrankungen?

Betroffene berichten häufig über langjährige, langsam zunehmende Rücken- und/oder Beinschmerzen, verursacht durch die schmerzhafte Reizung (Radikulopathie) oder Schädigung von Nervenwurzeln und degenerative Veränderungen an den Wirbelgelenken (Spondylarthrose), Bandscheibenzwischenräumen (Diskopathie) oder Wirbelkörpern (Osteochondrose).

Diese Beschwerden strahlen in Ruhe oder bei Belastung in die Beine oder Arme aus und werden dann als schmerzhafte Radikulopathie beschrieben. Durch die in erster Linie beim Gehen auftretenden Schmerzen können Betroffene typischerweise nur noch eingeschränkt längere Strecken (50-500m) zurücklegen (neurogene Claudicatio spinalis). Im weiteren Verlauf sind Ausfallserscheinungen wie Gefühlsstörungen und Lähmungen (senso-motorisches Ausfallsyndrom), Ruheschmerzen, Blasen-Mastdarmstörungen (Inkontinenz) und Sexualfunktionsstörungen (Conus-Cauda Syndrom) möglich.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es für
degenerative Wirbelsäulenerkrankungen?

Der allgemeine Wunsch nach Mobilität, Aktivität und langfristig hoher Lebensqualität hat erfreulicherweise bereits zur Weiterentwicklung einer Vielzahl von konservativen aber auch operativen Behandlungsmethoden geführt. Daher ist es sinnvoll, nach der Diagnose gemeinsam mit anderen Fachrichtungen eine individuell auf die Patientin oder den Patienten abgestimmte Behandlung zu wählen.
Ein wesentlicher Prozentsatz der Betroffenen mit einem Bandscheibenvorfall kann konservativ, das heißt ohne operativen Eingriff behandelt werden. So führen oft Schmerzmedikamente (lokal, oral, CT-Infiltration), gezielte Physiotherapie und/oder andere Maßnahmen (Chiropratik, Osteopathie) bereits zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden. Erst wenn diese Massnahmen keine Erfolge zeigt oder sogar neue Beschwerden, wie Lähmungen und Gefühlsstörungen hinzukommen, ist die mikrochirurgische Dekompression sinnvoll.

Bei diesem risikoarmen und minimal invasiven Eingriff kommen „high-tech Methoden“ wie ein hochauflösendes Operationsmikroskop, intraoperative Bildgebung (bewegte Röntgenaufnahmen in Echtzeit, intraoperative Computertomografie, Neuronavigation, Endoskopie) und bei Bedarf ein intraoperatives neurophysiologisches Monitoring zu Einsatz.

Ist die Wirbelsäule im Verlauf der Erkrankung zusätzlich instabil geworden, können einzelne Wirbel durch Einbringen von Schrauben, Stangen und "Cages" stabilisiert werden (Spondylodese oder Fusion genannt). Die Beweglichkeit wird dadurch in der Regle nicht vollständig eingeschränkt – im Gegenteil: das Nachlassen der Beschwerden führt bei den Betroffenen in der Regel zu einer verbesserten Lebensqualität und Wohlbefinden.

Schmerzsprechstunde und interventionelle Schmerztherapie

Bei der Behandlung schwerer (Nerven-)Schmerzen steht die Suche nach dem eigentlichen Ursprung der Schmerzen, um diese gezielt zu behandeln im Mittelpunkt. Mittels Studiums der Krankengeschichte, körperlicher Untersuchung, Schmerzprotokoll und Einsatz von bildgebenden Verfahren (CT/MRI oder Röntgen) und evtl. elektrophysiologische Untersuchungen (ENG, EMG etc.) kann ein Facharzt in den meisten Fällen die Ursache der Schmerzen diagnostizieren.

In einem ersten Schritt wird versucht, die Schmerzen konservativ - d.h. ohne Eingriff -  mit Schmerzmitteln und Physiotherapie etc. zu behandeln. Bleibt die Wirkung ungenügend, werden je nach Diagnose verschiedene Massnahmen der interventonellen Schmerztherapie eingesetz: Nervenwurzelinfiltration, Radiofrequenzbehandlung, Fazettengelenksinfiltration, Thermokoagulation, Kryotherapie, intrathekale Schmerzpumpe, Neurostimulator.

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